Building in Public
Warum Postkarten — und warum jetzt.
Im ersten Teil hatten wir versprochen, hier konkreter zu werden: welche Beobachtung uns auf die Idee gebracht hat, warum wir nicht einfach eine weitere Grußkarten-App bauen — und was „kuratiert“ für uns bedeutet.
27. April 2026 · Marc & Las
Eine Beobachtung, die uns nicht losgelassen hat
Echte Post bekommt man kaum noch. Wenn doch, freut man sich wie ein Kind. Das ist eigentlich schon der ganze Pitch.
Wir haben uns gefragt, woran das liegt. Digitale Nachrichten sind praktisch, aber flüchtig. Niemand hebt eine WhatsApp auf. Niemand findet drei Jahre später beim Aufräumen eine SMS in einer Schublade. Ein Stück Papier dagegen überlebt alles, was wir digital austauschen — und bleibt sichtbar, oft jahrelang.
Trotzdem schreibt kaum noch jemand Karten. Nicht, weil niemand mehr will. Sondern, weil der Aufwand dazwischensteht: Karte besorgen, Adresse raussuchen, Briefmarke kaufen, Kasten finden. Vier Lücken zwischen Wollen und Tun. Die App schließt diese vier Lücken — mehr macht sie eigentlich nicht.
Und das „warum jetzt”: Die Welt kann mehr gute Nachrichten im Briefkasten vertragen und weniger schlechte. Das klingt naiv, vielleicht ist es das. Aber es ist eine der wenigen Stellen, an denen wir Technologie bauen können, die am Ende ein Stück Papier in jemandes Hand bringt — und nicht noch eine weitere Push-Benachrichtigung.
Warum keine weitere Grußkarten-App
Es gibt bereits Dienste mit ähnlichem Versprechen. Postkarte per App, Foto rein, Text rein, ab die Post. In der Hand hält man dann allerdings eine Karte, deren persönlicher Text in einer Standard-Computerschrift auf die Rückseite gedruckt ist. Damit nimmt man der Karte genau das, was sie besonders macht — das Gefühl, dass jemand sie wirklich für jemanden geschrieben hat.
Wir machen das anders. Wenn wir „echte Handschrift” sagen, meinen wir das wörtlich: Eine Person hat sich hingesetzt und Buchstaben von Hand auf Papier geschrieben. Daraus haben wir eine Schrift gemacht, die der Drucker dann setzt. Keine algorithmisch generierte Skript-Font, keine Annäherung an eine Handschrift — sondern eine echte Hand, einmal digitalisiert. Eine Handvoll dieser Handschriften gibt es zum Start, alle von Menschen, die wir kennen.
Möglichst bald soll auch die eigene Handschrift der Nutzerinnen dazukommen. Wir bieten einen Service an, mit dem wir sie digitalisieren. Wann das genau soweit ist, sagen wir, sobald wir’s wissen.
Dazu kommt: Code aus Flensburg, Druck aus Hamburg, Versand über die Deutsche Post. Wir arbeiten mit Partnern, die wir persönlich kennen. Das macht manches komplizierter, aber vieles ehrlicher. Eine Karte, deren Reise wir gar nicht erst begleiten könnten, wäre keine sendsome-Karte.
Was „kuratiert” für uns bedeutet
„Kuratiert” ist eines dieser Wörter, das in der Beschreibung jeder zweiten Plattform steht und am Ende nichts heißt. Bei uns soll es etwas Bestimmtes heißen: Wenn du auf sendsome eine Karte aussuchst, kannst du dich darauf verlassen, dass jemand vorher hingeschaut hat. Es liegen nicht zehntausend austauschbare Motive nebeneinander. Es sind Designs auf der Plattform, die wir bewusst eingeladen haben.
Das ist eine Entscheidung mit Folgen. Wir wachsen langsamer als ein offener Marktplatz. Was uns wichtiger ist: zusammen mit den Designerinnen eine Qualität zu erreichen, die die Karten verdient haben. Wenn jemand dazu Lust hat, arbeiten wir gerne zusammen. Die ersten, die zum Launch dabei sind, kommen mit einer eigenen Kollektion und handverlesener Sichtbarkeit — nicht mit einem wahllos hochgeladenen Einzelmotiv unter tausend anderen.
Ob diese Logik trägt, werden die ersten Wochen nach Launch zeigen. Wir glauben: Wer sich die Mühe macht, eine echte Karte zu verschicken, möchte beim Aussuchen nicht durch Beliebigkeit scrollen.
Zwei Dinge, die zusammengehören
Echte Handschrift statt Schriftart-Kosmetik. Eine kuratierte Auswahl statt eines unendlichen Katalogs. Wir wissen nicht, ob das zusammen reicht. Wir wissen, dass es für uns die richtigen zwei Dinge sind — und dass keines davon allein funktioniert, wenn das andere fehlt.
Wenn du zum Launch dabei sein möchtest, trag dich hier in die Warteliste ein. Wir melden uns, sobald sendsome in den Stores ist. Keine Marketing-Mails, versprochen — nur dann, wenn’s was zu sagen gibt.
Im nächsten Teil wollen wir euch eine Frage stellen, an der wir gerade selbst kauen: Auf eine verschickte Karte kommt selten eine Reaktion zurück. Würde eine kostenlose Rücksendekarte das besser machen — oder zerstört allein die Erwartung einer Antwort genau die Leichtigkeit, die eine Karte ausmacht? Ehrlich: wir wissen’s noch nicht.
Bis bald.
— Marc & Las
Noch nicht dabei?
sendsome ist im Aufbau. Trag dich in die Warteliste ein — wir melden uns zum Launch.